#schlaflos

dieser beitrag enthält werbung mit liebe, hingabe und leidenschaft, aus tiefster und vollster überzeugung und aus vollstem herzen.

ich bin müde, sehr müde. eine schlaflose nacht hat mich denken lassen. so viele dinge in meinem gedankensalat, von denen ich dachte, dass sie längst hinter mir liegen. ich sitze in meinem sessel, im haus, die kaffeetasse wärmt meine hände und ich fühle mich müde. endlos müde.

vor genau einem jahr habe ich mich genauso gefühlt. wie damals kam ich von einem flug und sass in meinem sessel mit einem kaffee in der hand. während ich die buchstaben zu wörtern zusammensetze, die sätze bilden und damit ein bild male, kann ich kaum fassen, dass es schon ein jahr her ist. und gleichzeitig fühlt es sich erst wie ein jahr an. was bleibt, ist das gefühl der leere und des verlusts.

vor 24h lag ich schlaflos in meinem bett im haus, heute morgen sass ich müde in meinem sessel und jetzt sitze ich schlaflos in meiner leipziger küche. knapp 400 km herbstlandschaft sind heute an mir vorbei gerauscht und das gedankenkarusell der nacht hat sich nach kurzem stillstand weitergedreht.

in meiner garage stapeln sich die kartons mit dem, was vom leben übrig geblieben ist.

es ist das leben von zwei generationen, die so vieles erleben und ertragen mussten. es ist das leben voller liebe und leidenschaft, voller lachen und freude, voller schmerz und kummer. ich kann dieses leben in den kartons einfach nicht entsorgen, auch wenn vieles einfach keinen platz in meinem leben finden mag. da sind all diese bilder, in meinem kopf und auch auf dem fotopapier, deren geruch an fotolabore erinnert. die bilder in unseren digitalen welt, sie haben keinen geruch. doch die gesammelten bilder, die es nicht in ein fotoalbum geschafft haben, sondern in der schublade meiner großeltern in ihrem wohnzimmerschrank lagen, die riechen nach fotolabor und nach erinnerung. so wie der karton, in dem sie warten. in meiner garage.

die gedankensplitter werden von musik begleitet, in meinem auto, auf dem weg nach #lieblingsleipzig. mehr oder weniger bewußt bin ich vor der erinnerung und dem ort der erinnerung geflohen, wollte nicht dort sein, wo ich abschied von meiner #lieblingsomi nehmen musste.

bei dem gefühl des unvermeidlichen lief es mir eisig über den rücken. dieses lachen nie mehr zu hören, ich konnte diesen gedanken nicht ertragen. für mich war es wie ein brunnen in der wüste.

Antoine de Saint-Exupéry

hier in meiner leipziger küche zu sitzen, das ist eine kleine flucht. ich flüchte, weil ich keine kraft dafür habe, in den nächsten 4 tagen an die letzten momente erinnert zu werden. die momente, die ich mit der frau haben durfte, die das, was ich bin, aus mir gemacht hat. ich möchte den schmerz des verlusts nicht spüren. die leere, die manchmal in mir herrscht, einfach nicht zu mir vorlassen. ich möchte sein. ich möchte leicht und glücklich sein. die schwere der trauer hinter mir lassen. zumindest für die nächsten 3 tage.

eine kleine flucht

weglaufen. laufen. nicht nach hinten schauen. das ist, wonach mir eigentlich ist. und doch bin ich wach, sitze in der küche, wo die kälte der nacht an meinem beinen zu mir hochkriecht. dieses gefühl der kälte, es ist genau wie vor einem jahr. und die schlaftlosigkeit. die unruhe in mir. das wissen, dass ich loslassen muss. ist es verwerflich davor zu flüchten? kann man vor diesem gefühl flüchten? darf ich flüchten? sollte ich mich nicht vielmehr diesen tagen bewußt stellen?

ich habe viel geleistet in den letzten 12 Monaten. mich den dingen gestellt und stellen müssen, weil es kein anderer für mich getan hat. die verantwortung lag und liegt allein auf meinen schultern. ich bin froh über meine kleine, eigene familie, die mich an manchen tagen getragen hat und mir bei wichtigen entscheidungen den rücken gestärkt hat. ohne sie hätte ich es bis hierher nicht so geschafft. kleine fluchten habe ich mir selten erlaubt, und wenn ich ehrlich bin, dann gab es auch kaum raum dafür. und doch geht es mir endlich besser, wenn ich in mich hinein höre. ich mag nicht zurück in den zustand des stillstandes und der hilflosigkeit. ich möchte nicht mehr traurig sein. ich kann nicht mehr traurig sein. und ich möchte den kommenden tagen, an denen ich vor einem jahr abschied nehmen durfte und musste, nicht die bedeutung der trauer geben. vielmehr möchte ich mich an die menschen, die mir das wichtigste im leben sind, anlehnen und meine zeit mit ihnen bewusst verbringen. voller liebe und leidenschaft, lachen und lebensfreude.

ich will das leben wieder spüren und die freude des augenblicks

als ich vor 12 stunden im auto sass, die landschaft in den farben des herbsts an mir vorbei gezogen sind. da hat mich die musik begleitet. und ganz bewusst habe ich nicht die musik gehört, die mich im letzten jahr begleitet hat. und ganz bewusst habe ich mich entschieden, dass ich hier sein mag. der #heimschläferprinz und #lieblingsfranzi werden heute kommen. mit #mr.right und dem #leinpzigprinz habe ich schon einen schönen abend verbracht. am samstag werden wir uns fein rausputzen und alle gemeinsam feiern gehen. der leipziger opernball ist perfekt, das leben zu spüren und tief zu inhalieren.

ich mag champagner trinken mit den menschen, die die welt für mich sind. ich mag tanzen als gäbe es kein morgen. ich werde mir ein los für die tombola kaufen, oder zwei. nicht nur um zu gewinnen, und in diesem jahr gewinne ich wirklich!, sondern auch deshalb, um an die zu denken, denen es nicht so gut geht wie mir. und gerade zu einem solchen anlass. ach und ich will tanzen! bis die schuhe unter einem tisch landen!

raum für das leben

oft habe ich in den letzten monaten gedacht, wie lange das wohl noch dauert, die sache mit der trauer. die trauer dauert ein jahr, so sagt man. früher wurde ein jahr schwarz getragen. ich habe für mich, ganz persönlich, gelernt, dass es dauert und es kein wirkliches ende geben wird, denn die erinnerungen bleiben. sie kommen als erinnerungssplitter in momenten, wo man sie nicht erwartet. ich habe gelernt, ganz für mich persönlich, den schmerz zu akzeptieren und die erinnerung mit freude zu betrachten, denn es sind schöne erinnerungen und meine #lieblingsomi ist dann ganz nah bei mir.

so sitze ich schlaflos in meiner küche in leipzig. und freue mich am lächeln meiner omi. ich werde auf sie trinken, auf das leben und die veränderung der letzten 12 monate. das schöne daran ist, dass sie mir das mitgeben hat. sie hat mich gelehrt, dass leben zu nehmen, wie es kommt und das beste daraus zu machen. ein jahr nach dem abschied werde ich das tun. ich bin schlaflos, ja. aber getröstet von dem gedanken, dass ich ihr alles war. und ich mich immer an ihr und ihrer liebe wärmen durfte.

ich darf weinen in meiner küche in leipzig, mitten in der nacht, einfach so und allein. weil ich erleichtert und dankbar bin, dass ich ein stück zurück im leben sein darf. und weil ich meine #lieblingsomi vermisse… sie nicht vergessen ist.

6 Gedanken zu “#schlaflos

    1. Andrea

      Liebe Bine,
      ich kenne dich und dein Leben ja nur von hier und Instagram. Aber es berührt mich trotz allem sehr. Unglaublich, dass es schon ein Jahr her ist. Die Trauer geht sicher nie wirklich vorbei, aber das Lächeln über schöne Erinnerungen wird immer mehr Platz einnehmen. Wünsche dir und deinen Lieben ganz viel Spaß beim 💃. Herzliche Grüße 💗 Andrea

      1. liebe andrea,
        hab‘ vielen dank für deine begleitung. ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns irgendwann mal in der realität begegnen würden! und das mit dem platz, das stimmt und es fühlt sich schön an!
        liebste grüße,
        bine

  1. Karen

    Liebe Bine,

    Du weißt, dass ich zur selben Zeit, nur 2 Jahre früher, dieses Erlebnis durchleben musste. Es jährt sich eben auch wieder und dieser Mensch fehlt. Er hat auch so viele Erlebnisse und Erfahrungen mitgenommen. Aber in unseren Herzen sind die tollen, fröhlichen Erinnerungen. Die kann uns keiner nehmen!

    Ich gehe davon aus, das Deine Oma sich für Dich gefreut hätte, wenn Du die Nacht durchtanzt und Spaß hast. Solche Gedanken helfen mir immer wieder über die Trauer hinweg.

    Ich drücke Dich ganz feste und schicke Dir viel Kraft für diese Tage.

    LG

    Karen

    1. liebe karen,
      danke für deine lieben worte, erneut. schön, dass es diese verbindung zwischen uns gibt.
      und ja, an dich habe ich dieser tage an dich gedacht…
      vielleicht tanzt du auch?
      kraft und liebe für dich!
      ich sende dir ein lächeln aus meinem #lieblingsleipzig!
      bine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.