#unterwegs

dieser blogpost enthält werbung, liebevoll und hingebungsvoll. 

 

ich schließe meine augen und bewege mich zur musik. ich blende alles um mich herum aus. lasse alles hinter mir. lasse alles vor mir. ich bin im hier und jetzt. mitten in tel aviv. ich bin irgendwo in der nähe einer bar, in der ich zuvor war. es ist irgendwann in der nacht. zeit ist ohne bedeutung.
für den moment blende ich den hinter mir liegenden tag aus.

nur der augenblick zählt.

ich bewege mich zur musik und ein kühles bier rinnt meine kehle hinunter. mein kleid ist klamm von der hitze der nacht. meine offenen haare kleben in meinem nacken. die luft schmeckt nach rauch und es reicht nach purem leben.

ich beobachte die jagd um mich herum.

und ich muss lächeln. überall auf der welt gelten die gleichen gesetze. ein mädchen, vielleicht so anfang 20 läuft ganz nah an mir vorbei. ich kann ihr parfum reichen. es liegt schwer in ihrem offenen langen haar. sie lächelt und ich lächle zurück. ich kann beobachten, wie sie angesprochen wird. ein typ, vielleicht so um die mitte, ende 20. sie lacht ihn offen an und nimmt seine hand. ich staune. die beiden stellen sich in eine schlange. die war mir bisher noch nicht aufgefallen. ich frage meine begleitung, wohin es hinter der tür geht. ich denke an eine andere ebene, wo man tanzen kann. man kann dort tanzen und auch in eine andere ebene gelangen. meine vorstellung ist eine andere, denn es ist einfach nur eine toilette. mitten im raum. spontan muss ich an mein erstes staatsexamen denken. dort war die nasszelle auch mitten im raum. ich muss laut lachen. über mich und die situation.

ich lasse mich treiben. und die gedanken kommen zurück.

während ich tanze, denke ich an den intensiven arbeitstag, der hinter mir liegt. manchmal habe ich arbeitstage, die sind so unendlich anstrengend, dass ich mich frage, warum ich tue, was ich tue.

dies war so ein tag. in toulouse aufgewacht, ich lasse mich durch die stadt treiben auf der suche nach einem kaffee. der place saint-goerges lädt mich ein. der platz ist gefüllt mit kleinen tischen und stühlen. ich setze mich und trinke einen kaffee.

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ich inhaliere die ruhe in mir und das lebendige treiben um mich herum. ein langer tag liegt vor mir. der gedanke an einen freien tag in tel aviv lässt mich lächeln.

und ich lächle, während ich den tag in gedanken an mir vorbeiziehen lasse. es ist laut um mich herum. ich spüre den tag in meinen füssen. in jeder faser meines körpers. ich habe den punkt der müdigkeit überwunden. der punkt, der mich über die grenzen der müdigkeit gehen lässt. ich schüttle die gedanken ab. mein verstand sitzt auf meiner linken schulter und ich höre nicht hin, als er mir zuflüstert, dass es an der zeit ist zu gehen. und so tanze ich weiter und beobachte die menschen um mich herum. ich lache und trinke. tanze und lache. und lasse mich vom rhythmus der nacht treiben.

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als wir gehen, ist das licht des tages bereit die nacht zu vertreiben. wir fahren mit dem taxi zurück, wo mein explodierter koffer im raum liegt. mein kleines stückchen heimat. doch wir gehen nicht ins hotel zurück. noch bevor wir durch die tür zurück in den alltag schreiten könnten, drehen wir uns um. wir laufen los, so schnell uns unsere füsse tragen können.

wir rennen zurück in die leichtigkeit der unvernunft,

deren geschmack so präsent ist, wie das letzte bier, dass wir getrunken haben. wir überqueren die strasse bei rot. tun all die dinge, die wir niemals tun. ziehen unsere schuhe aus, als wir den strand erreichen. füsse im sand. wir gehen ins meer. danach sitzen wir stumm im sand. sehen den sonnenaufgang, der mit zauberhaftem licht den tag bringt. mir ist nach einem kleinen stück heimat. ganz plötzlich. ich hole mein handy aus meiner tasche. mache meine playlist an. wir tanzen. am strand. mit den füssen im sand, der klebt, weil die füße noch nass sind vom meer.

ich bin dankbar. das leben schenkte mir heute mehr lebendigkeit als ich erwartet hatte. da ist mehr. sehr viel meer um mich herum.

zwei tage später sitze ich im auto. während die landschaft über 480 km an mir vorbeirauscht, spielt meine playlist. ich lächle und erinnere mich an diese nacht in tel aviv. den morgen am strand. die leichtigkeit, die lebendigkeit, die mich dieses wundervolle land und seine menschen einmal mehr hat schmecken lassen.

meine playlist ist ein stück heimat für mich, wenn ich in fremden hotelbetten allein aufwache. sie entsteht unterwegs und wächst stetig. sie hilft mir anzukommen. morgens wenn ich aufwache und abends, wenn ich meinen koffer irgendwo explodieren lasse. oder wenn ich am strand mit dem füssen im sand bei sonnenaufgang tanze. ich schaue auf den beifahrersitz. mr.right schläft. ich bin glücklich.

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3 Gedanken zu “#unterwegs

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