#werbung

WERBUNG

dieser blogpost ist eine liebeserklärung an die werbung. ganz im ernst. werbung, werbung, werbung!

eine abmahnwelle erschüttert instagram und influencer wie vreni frost versuchen sich dagegen juristisch zu wehren.

es ist als zöge vreni als digitale jeanne d’arc für uns in die schlacht.

sie kämpft nicht gegen die engländer und burgunder, sondern gegen den verband sozialer wettbewerb. das lg berlin hat entschieden, dass eine vertaggte marke auf instagramm als werbung zu beurteilen ist, auch wenn man weder dafür bezahlt wird noch einen sonstigen vorteil daraus zieht.

von aussen betrachtet könnte man meinen, dass alle instas gerade wie aufgeregte hühner laut schnatternd durch den stall rennen. dem ist aber nicht so. aus meiner Sicht. einmal mehr wird versucht das internet zu reglementieren und damit vielen unternehmen die existenzgrundlage zu entziehen. meist sind es kleine unternehmen, sogenannte one woman shows. lange wurde die #influencer belächelt und unterschätzt. die entwicklung der letzten zwei jahre hat aber gezeigt, dass die gesamte werbung und damit auch unser kaufverhalten sich dadurch verändert. man spricht vom sogenannten #influencermarketing. es lohnt sich bei dr. thomas schwenke vorbei zu schauen. empfehlenswert ist in diesem zusammenhang auch ein interview das von den Mädels von blogst durchgeführt wurde.

was hat dieser #abmahngate aber mit mir zu tun?

ich habe 2005 mit dem bloggen angefangen. damals bei blog.de und ich war unterwegs als besucherin. wir waren eine community, haben die kommentarfunktion zum chatten missbraucht gebraucht. bilder konnten wir nur begrenzt hochladen, denn irgendwann war der speicher einfach aufgebraucht, also haben wir plattformen wie flickr benutzt, um irgendwie unsere bilder verlinken zu können.

damals schon schien das internet gefährlich und unseriös. und es gab, wie überall, neider, wenn man „erfolgreich“ war. soweit so gut.

als ich mich 2008 entschloss wieder zu arbeiten, da war das auch thema auf meinem blog. vor allem aber die damit verbundenen reisen und eindrücke. und wie es ist, wenn man 11 jahren kindererziehung wieder ins berufsleben zurückkehrt. ich beschrieb meinen alltag zwischen flügen, organisation der kinder, des hunds, dem haushalt und was zum normalen leben dazu gehört. irgendwann erreichte mich ein anonymer brief, dass es besser für mich wäre, wenn ich es lieber lassen würde mit dem bloggen, denn mein arbeitgeber möge es gar nicht gerne sehen. was soll ich sagen, blog.de wurde damals verkauft, irgendwie bröckelte die community auseinander und ich hierher umgezogen. das alte blog und leben der besucherin habe ich ausgelöscht. und hier war es lange sehr still.

die jetzige situation ist irgendwie vergleichbar für mich. wieder bin ich an einem punkt des umbruchs angekommen. diesmal aber werde ich mich nicht mehr einschüchtern lassen. ich werde nicht mein blog oder mein instagram account auf privat stellen. nicht wegen des datenschutz, der impressumspflicht und erst recht nicht wegen diesem gerichtsurteil. ich werde bleiben. nicht weil ich #influencer sein möchte oder meinen lebensunterhalt mit kooperationen verdiene, mir davon taschen und schuhe kaufen kann. nein, darum geht es nicht. das hier ist ein stück meiner welt, in der ich frauen getroffen habe, die aus nichts eine existenz aufgebaut haben, die sich mutig auf den weg gemacht haben. auf instagram sehe ich frauen, die immer wieder aufstehen und die vom scheitern reden. sie verkörpern für mich vorbilder, auch wenn sie es vielleicht nicht sein wollen. sie sind für mich digitale #trümmerfrauen, die das #pipilangstrumpfprinzip leben. und ja, sie beeinflussen sicher auch meine kaufentscheidungen in der einen oder anderen situation. diese macherinnen, sind auf ihre art aus der sicht der anderen mächtig geworden. und jetzt wollen sich die anderen, die genau diese chance verpasst haben, weil ihre kreativität nicht ausreichte, sie nicht mutig genug waren, die macht und damit das geld zurück holen. sie wollen #influencer und #blogger einschüchtern und ihnen damit die daseinsberechtigung nehmen.

und obwohl es absurd ist,

werde ich alle meine beiträge hier auf dem blog und auch bei instagram mit werbung kennzeichnen. ich werde mich wie ein wichtiger #influencer fühlen, mich reich fühlen und ab sofort alle frauen dieser welt erzählen, welche tasche sie dringend brauchen und die passenden schuhe empfehle ich auch dazu. ich werde bald schon bei instagram nach oben wischen können, um meine produktempfehlungen direkt zu verlinken.

und ich werde meine große klappe nicht halten. euch von digitalen #trümmerfrauen erzählen und dem #pipilanmgstrumpfprinzip. es gibt nur wenige männer in dieser welt und nur ganz selten wird mal einer abgemahnt. das zeigt mir ganz deutlich, worum es hier geht.

liebe politiker, ihr habt eine frauenquote gefordert und installiert.

ich will auch eine geförderte frau sein. ich möchte will von euch rechtssicherheit. die kann nicht darin bestehen, dass ich in meinem grundrecht auf freie meinungsäußerung beschränkt werde. ich habe euch gewählt. ich fordere ein digitalministerium und nein, frau staatsministerin bär ist für mich nicht sichtbar. ich kann keine stellungnahme von unserer internetaffinen staatsministerin für digitales zu diesem #abmahngate finden. auch sonst kann ich nicht erkennen, dass digitalisierung in deutschland chefsache ist. liegt vielleicht daran, dass die damen und herren zu alt sind und gerade so ihr smartphone bedienen können. liebe politiker, ich werde als #digitalimmigrant den eindruck nicht los, dass ihr noch gar nicht erkannt habt, worum es hier geht. es geht hier nicht nur um freie meinungsäußerung, die auch noch möglich sein muss, wenn meine handtasche auf einem bild zu sehen ist. es geht darum, dass unternehmerinnen ihre existenzgrundlage entzogen wird. und es geht auch darum, dass im moment durch die rechtsprechung initiiert nicht mehr transparent ist, was werbung ist und was nicht. damit wird der verbraucher tatsächlich irre geleitet.

nach 906 wörtern frage ich mich, wofür habe ich hier eigentlich geworben?

ich werbe für mut, wille und durchsetzung. ich werbe dafür, dass wir hier nicht aufhören. ich werbe dafür, dass wir für unser recht auf freie meinungsäußerung aufstehen. ich werbe für das hinsehen. und ich werbe für eine spende, damit vreni frost in der nächsten instanz weiter für uns die digitale jeanne d’arc ist. sie soll aber nicht am ende verbrennen, sondern weiter in lila kleidern und mit schwarzen luftballons meinen tag bereichern!

und noch was! nach dem #pipilangstrumpfprinzip mach ich mir die welt, wie sie mir gefällt! bäh!

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5 Gedanken zu “#werbung

  1. schminktante sagt:

    GROSSARTIG!
    Was für ein toller Beitrag! Eine dieser Trümmerfrauen steht hier gerade auf und zollt Dir Standing Ovations! Auf dass Deine Worte und die so vieler anderer gehört werden!!
    Alles Liebe
    Anja

  2. tagaustagein sagt:

    Super geschrieben und ich stehe voll hinter Dir. Ich wußte gar nicht, dass Du schon sooo lange bloggst. WOW…das musst Du mir unbedingt doch mal bei einem Kaffee erzählen… LG Kerstin

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