#wo

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es ist dunkel. ich sitze neben dir. bin ganz nah und doch bist du unerreichbar weit weg. wie gerne würde ich mich an dich anlehnen, um dir näher zu sein, dich zu inhalieren. ich spüre eine tiefe, unerschütterliche liebe zu dir. du bist ein stück meiner heimat.

du hast mich gefragt, ob ich mit dir ins Kino gehen möchte. mein gott, war ich stolz darauf, dass du zeit mit mir verbringen wolltest. ich habe jede Sekunde inhaliert. du schenkst mir ein lächeln als wir das kino verlassen.

und ich inhaliere diesen Moment, nehme ihn als erinnerungssplitter in mein herz, in mein schatzkästlein.

wo, das fragt anne haeusler. es ist eine challenge, ich hatte spontan lust mich dieser herausforderung zu stellen. immer noch mit der gürtelrose an das bett gefesselt, hab‘ ich eh wenig zu tun kann ich nicht wirklich, wie ich will. und anstatt mich hemmungslos in den jammermodus zu begeben, denke ich über wo nach. was bedeutet wo für mich? das wo ist nicht näher definiert, es liegt an jedem teilnehmer, was er daraus macht. mit diesen gedanken an das wo liege ich im bett und überlege, was das wo für mich ist.

ich schaue ihn an und lächle stolz, gleichzeitig ist da ein stechender schmerz in meiner brust als er die autotür öffnet. er steigt aus. es ist morgens, kurz vor 9.00 uhr. ich stehe auf einem parkplatz, kämpfe mit den tränen als er geht. ich schaue ihm nach. steige nicht aus und rennen hinterher, um ihn festzuhalten. er hat sich auf den weg gemacht.

lebt seinen traum,

setzt genau das um, was er sich vorgenommen hat. er hat sich seine schule ausgesucht und wir stehen hinter ihm und unterstützen ihn, soweit wir können. er geht, seine körperhaltung ist aufrecht. bevor er die Tür öffnet, dreht er sich um. er lächelt mir zu. ich sitze im auto, die tränen laufen und ich lächle zurück. inhaliere diesen kostbaren moment. es ist ein erinnerungssplitter, den ich in mein herz packe, in mein schatzkästlein.

was ist für mich das wo?

was wollte ich meinen prinzen als wo geben? zwei buchstaben in meinem kopf, ein winziges wort. und doch beschäftigt es mich. sagt man nicht, es gibt zwei dinge, die man kindern geben soll, nämlich eine heimat und flügel? haben wir unseren prinzen eine heimat gegeben? wenn ja, wo ist diese heimat? ist das entscheidend für mein wo?

 

 

wir sitzen in unserem Lieblingscafé. treffen uns zum mittagessen, ganz spontan.

ich freue mich, dass du mir deine zeit schenkst.

ich habe etwas in meiner brust. links. in der nähe des herzens. eine veränderung. ich atme tief ein, sehne mich nach dir. doch zwischen uns ist der tisch und ich erreiche dich nicht. hilflos sitze ich da, du bist nah und doch so fern. mein flieger geht bald, du musst zurück. es ist ein kurzer, kostbarer moment. der letzte moment, ein moment der unschuld. wenn dieser moment vergangen ist, wird nichts mehr so sein, wie es war. und es wird schwer und schmerzhaft. wir wissen es beide. und obwohl wir es wissen, können wir es nicht aufhalten. ein erinnerungssplitter. er hinterlässt tiefe wunden, die irgendwann zu narben werden. ich überlege, wo dieser moment seinen platz haben soll. ich entscheide, dass er in das schätzkastlein passt. es ist der schlimmste und schmerzvollste erinnerungssplitter. und doch hat uns zu dem gemacht, was wir sind. dich zu mr.right. für mich. unerschütterlich.

es sind die momente, manchmal dauern sie zwei wimpernschläge, die das wo verändern.

manche sagen, sie hätten sie nicht bemerkt. ich erkenne sie. denn sie sind mein wo. mein wo ist kein ort, an dem ich lebe. mein wo, das ist mein wie. mein wo, das ist meine familie. das kostbarste. der #heimschläferprinz und der #leipzigprinz, sie werden immer meine heimat sein, auch wenn wir meistens nicht mehr einen ort teilen. deshalb ist das wie für mich entscheidend.

 

 

und mr.right? wir sitzen oft irgendwo, irgendwie. oft nur für einen limitierten zeitraum. sehr limitiert. da sind tische zwischen uns, aber keine distanz, so wie in diesem erinnerungssplitter, an den ich denke. denn wir haben für uns erkannt, dass nicht das wo entscheidend ist, sondern das wie. es geht nicht um einen platz, an den man immer wiederkehrt. es geht um die menschen, mit denen man sich diese plätze teilt. die diese erinnerungssplitter in das schatzkästlein packen. darum ist unser wo, dass zur zeit 3 wohnorte bedeutet, nicht wichtig. es ist das wie, was sehr viel bedeutender ist.

und für diesen ort hier, das blog, gilt es gleichermassen. es ist der platz solche gedanken, die in social media angeregt werden, festzuhalten. neulich meinte eine freundin, dass solche gedanken niemanden etwas angehen. das sei zu intim. dabei geht es also auch um das wo, vordergründig. für mich geht es aber auch hier um das wie. deshalb habe ich meinem wie auch eine stimme gegeben, als nach dem #wer gefragt wurde. die erste aufgabe der challenge. und eigentlich dachte ich, ich hätte gestern schon das wo beantwortet. in wirklichkeit aber, musste ich ganz schön lange darüber nachdenken. über das wo, aus dem ein wie wurde.

mein wo, das sind die 3 wichtigsten menschen in meinem leben.

und das wie. denn darauf kommt es an, was man daraus macht. deshalb spielt das wo keine rolle. weder hier noch dort, was die digital immigrants als reales leben bezeichnen.

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Ein Gedanke zu “#wo

  1. Pingback: #digitalernomade – me & mr.right

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