#refugium

vor ziemlich genau 5 jahren haben mr.right und ich uns unser refugium gekauft. ein ort des rückzugs. das war damals keine leichte entscheidung. waren wir doch erst 1,5 jahre in leipzig. und damals war es auch noch nicht lieblingsleipzig. es war noch nicht mein lieblingsleipzig. diese wohnung in der südvorstadt war auch noch kein refugium. ich muss gestehen, ich war gar nicht begeistert, als mr.right verkündete, dass er sich beruflich verändert und sein weg ihn nun auch leipzig führt. ich hatte schon erfahrungen mit dem leben im osten. es war nicht meine heimat und so blieb ich in unserer basis, wie wir unser haus nannten, auch um den prinzen ein stabiles soziales umfeld zu geben. ausserdem hatte ich mich gerade beruflich verändert und war nicht bereit mein ding aufzugeben. so weit so gut, wie man so schön sagt.

ich kann auch nicht mehr genau sagen, wann leipzig zu meinem lieblingsleipzig wurde.

vielleicht war es ein legendäres nachbarschafts bier, wie man es hier so schön nennt. ich glaube, das ist etwas, was nur „wirkliche“ leipziger kennen.

vielleicht war es auch einer der sonnenuntergänge, der mich berauscht hat. oder ein läufchen im clarapark. oder einer der vielen unvergesslichen abende mit netten begegnungen beim handball. aus netten begegnungen sind freundschaften entstanden. freundschaft hat hier für mich eine andere bedeutung gewonnen. freundschaften hier sind anders. nicht besser oder schlechter, anders eben.

vielleicht entstand mein lieblingsleipzig auch erst in dem moment als klar wurde, dass wir es verlassen müssen. schon wieder ein neuanfang, dabei war ich doch gerade erst angekommen.

doch erst in dem moment als wir gehen mussten, da erlebte ich sehr, was freundschaft bedeutet und wie sehr ich davon getragen wurde. eine rauschende ballnacht war unser abschied und neuanfang zugleich. wir haben uns ein stück lieblingsleipzig mit in unsere neue wohnung genommen. ein bild. sonst blieb in unserem refugium alles, wie es war.

seit 3 tagen bin ich in unserem refugium. und obwohl sich in diesen räumen vieles optisch verändert hat, seit dem unser leipzigprinz hier wohnt, so ist es unser refugium. ich inhaliere die momente mit mir, und den menschen, die meine freunde sind. für sie spielt es keine rolle, dass ich lange nicht hier war. für sie spielt es keine rolle, dass ich die eine oder andere einladung nicht annehmen konnte. meine leipziger mädels haben mich gestern überrascht mit einem mitgebrachten mittagessen. einfach so. wir haben geredet, gelacht, geweint, geträumt.

das habe ich heute fortgesetzt. wieder ein austausch, der mich beflügelt hat und bestätigt. und das, obwohl wir uns noch gar nicht solange kennen.

refugium. ein ort, an dem man gerne ist. ein ort, an dem man zur ruhe kommt.

ich weiss nicht, ob ich ein moderner nomade bin. jedenfalls kann ich sagen, dass mr.right und ich nicht in einem wohnwagen leben und unser leben immer als die leichtigkeit des seins empfinden. ganz im gegenteil. ich kann jedoch sagen, dass unser leben spätestens alle 5 jahre sich manchmal wie

„ein leben to go in – you name the next city!“

anfühlt. und es ist keinesfalls ein tradiertes leben, wie man es im klassischen sinne lebt. das war es irgendwie auch noch nie.

ich bin mir bewusst darüber, dass ein refugium überall sein kann.

meines ist heute im hier und jetzt hier, in meinem lieblingsleipzig. das tut mir gerade gut. dafür bin ich dankbar. – life is good!

 

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2 Gedanken zu “#refugium

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