#anpacken

Mein Koffer liegt im Wohnzimmer, seit 2 Tagen. Mein Ticket ist gebucht. Ich fliege nach Bangkok. Zuvor nach Frankfurt. Wer mich kennt, der erwartet Freude pur.

 

Bangkok, mein Bangkok.

Doch wenn ich den Koffer sehe, dann kriecht in mir das Gefühl hoch, dass ich nicht schon wieder in einem Hotelbett schlafen möchte. Noch dazu in einem Hotel, dass ich noch nicht kenne. Wenn ich nicht privat unterwegs bin, dann mag ich es an Orte zurück zu kehren. Ich mag vertraute Gesichter sehen, die mir ein Lächeln schenken. Thailand ist das Land des Lächelns, ja ich werde auch in einem neuen Hotel angelächelt, dennoch ist da für mich ein Unterschied.

Ich habe unzählige Termine und auch 2 ganz private Verabredungen, auf die ich mich sehr freue. Vertrautes in der Fremde 2. Heimat. Es ist verrückt, aber in Bangkok kenne ich mich besser aus als in Düsseldorf, obwohl ich hier schon über ein Jahr lebe wohne.

Es gibt viele Dinge und vor allem Menschen, auf die ich mich freue. Und ich weiss, ich werde erwartet. Ich könnte jetzt 10 Dinge aufzählen, auf die ich mich freue.

Es ist mir aber nicht danach. Es ist mir auch nicht danach, den Koffer so zu packen, dass ich an Ort und Stelle einfach nur noch reingreifen muss. Der Koffer ist immer auch ein Stück zu Hause. Immer mit einem Shirt von mr.right ausgestattet. Ich weiss, dass ich dort kleine Liebesbotschaften finden werde, ein schönes Ritual. Und ich weiss, ich werde Sonntagmorgen am Flughafen erwartet, wenn ich wieder zurück in Düsseldorf bin.

Dennoch, ich mag nicht packen, ich mag nicht weg und ich mag nicht in einem fremden Hotelbett schlafen.

Mein Leben ist ein unendlicher Quell der Veränderung. In mir formt sich der Gedanke, mich beruflich zu verändern, um den steten Veränderungen die Energie zu nehmen. Ich beschäftige mich mit dem Gedanken des Stillstands und der Beständigkeit. Es wäre eine große Veränderung, ein Neuanfang.

Doch kann ich das? Meine Rastlosigkeit hinter mir lassen? Kann ich es aushalten meine Koffer nur dann zu packen, wenn ich in den Urlaub fahre? Kann ich nur an einem Ort leben? Kann ich zwischen meinen 3 Wohnorten wählen? Wäre es wirklich ein Wahl?

Mein Blick schweift wieder zu meinem Koffer, meiner kleinen Heimat in den nächsten 5 Tagen. Meiner kleinen Flucht, die man auch great escape nennen könnte. Raus aus dem Alltag, der doch nie einer ist, weil ich einfach nicht lange genug an einer Stelle bin.

Heute Abend gehe ich noch einmal kurz in die Stadt, um zu kaufen, was ich in Leipzig oder im Haus oder in irgendeinem Hotel vergessen zurück gelassen habe. Und sicher werde ich auch in Bangkok wieder etwas vergessen zurück lassen. Man sagt, man kehrt immer wieder an die Orte zurück, wo man etwas zurück lässt.

Am Sonntag schon werde ich wieder hier sein, an meinem Küchentisch sitzen und erzählen von meinen Begegnungen in Bangkok, den 10 Dingen, die ich gemacht habe.

Ich werde erzählen von dem neuen fremden Hotel, der Stadt der Engel und meinen Freunden, die in all den Jahren ein Stück Heimat und Familie für mich geworden sind.

Da liegt er, der Koffer und will sortiert werden, wie mein Leben…

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